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18.01.08

Veranstaltungshinweis:

Steffanie Metzger
(LMU München)
‚Geschichten vom Ich‘
Weblogs & das autobiographische Gedächtnis.
Gastvortrag und Diskussion.Mi, 23.01.2008, R. 3.444, 18 Uhr c.t.
Projekttutorium Selbsterzählungen (J. Pohlmann, C. Löschner-Al Khatib)
Heiner-Müller-Archiv, Seminargebäude am Hegelplatz.

10.01.08

Autobiographie und Weblogs: 24. Ausgabe von parapluie: "Wildwüchsige Autobiographien"

Linktipp: http://parapluie.de/
In der 24. Ausgabe von parapluie, Elektronischen Zeitschrift für Kulturen, Künste und Literaturen geht es um "Wildwüchsige Autobiographien",
unter anderem um die autobiographische Dimension des Blogging:

Brigitte Rath über die autobiographische Struktur von PersonalBlogs

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Aus dem Inhalt:

* Steffanie Metzger über das Forschungsfeld 'autobiographisches
Gedächtnis'
* Galen Strawson und Stephan Packard über die These vom Leben als
Narrativ
* Julia Berkic über die heutige Psychologie zu frühkindlichen
Erfahrungen
* Christine Kestel über Elitestudenten und kulturalisierte
Autobiographik
* Christiane Holm über die Erinnerungsminiatur Souvenir
* Julia Weber über die monetäre Autobiographie der Künstlerin Danica
Phelps
* Brigitte Rath über die autobiographische Struktur von PersonalBlogs
* Heide Volkening über die Fernsehautobiographie Roseanne
* Ulrich von Loyen über die Autobiographien naher und ferner Frauen
* Karoline Hornik über die andere Autobiographie Elias Canettis
* Maximilian Benz über die Selbstbeschreibung des Girolamo Cardano
* Frieder von Ammon über das wildwüchsige Ich bei Oswald von Wolkenstein
* Christoph Bock über das Semantisierungspotential eines
Alltagsgegenstands

Und sonst:
* Martina King über Rainer Maria Rilke als Charismatiker und
Seherdichter
* Julius Popp und Carsten Schinko über unsere Faszination am
Pathologischen
* Uta Klein über drei Publikationen des Liebeskindverlags
* Cornel Zwierlein über Johannes Fried: Der Schleier der Erinnerung
* Thomas Wägenbaur über Armin Nassehi: Der soziologische Diskurs der
Moderne

08.10.07

NEU: Das PT 'Selbsterzählungen' findet im WS 4-stündig (Mi ab 16 Uhr, 14-tägig) statt.

Autobiographie/Autofiktion
  • Rolf D. Brinkmann: Rom, Blicke.
  • Heiner Müller: Krieg ohne Schlacht.
  • Bernward Vesper: Die Reise.
  • Rainald Goetz: Abfall für alle.
  • Christa Wolf: Kindheitsmuster.
  • Günter Grass: Beim Häuten der Zwiebel.
  • Autobiographie & Weblogs.

neue GASTVORTRÄGE



09.05.07

Literarisch Bloggen? Ein neuer Gastvortrag 21.05.2007 & Programmänderungen


Zur Frage nach literarischen und autobiographischen Dimensionen des Bloggings haben wir einen neuen Gastbeitrag gewonnen: Die Bloggerin "Juliette Guttmann lebt in Berlin. Seit langer Zeit berichtet sie in ihren Geschichten aus dem Hinterstübchen von Kind I, Kind II, dem Mitbewohner, Teilen der befreundeten Verwandtschaft und ihren singenden Nachbarn." (Text westropolis) Sie ist außerdem Redakteurin der Kulturplattform Westropolis (WestEins/WAZ Mediengruppe) und des Print-Magazin Schöngeist (Verlag Apodion), in dem Texten im Stil der Blogposts der Übergang zur Veröffentlichung in gedruckter Form gelingt.

04.05.07

'Blogging': Literaturhinweise.

Die Blog-Forschung stellt sich längst nicht mehr nur technische, sondern auch kommunikationssoziologische, politische, journalistische, wirtschaftliche oder literarische Fragen, z.B.:
  • Ainetter, Sylvia: Blogs - Literarische Aspekte eines neuen Mediums. Eine Analyse am Beispiel des Weblogs Miagolare. (Oktober 2006). [Anhand des Blogs miagolare wird das Untergenre des literarischen Weblog erklärt. Das Buch richtet sich an Schüler, Studenten und Literaturwissenschaftler. Eine Einführung und Präsentation. Eine Einführung und Präsentation einiger literaturschaffender Blogger gibt Sylvia Ainetter hier.]
  • Schmidt, Jan: Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie. (April 2006) Studie über Kommunikation in Blogs, insbesondere zur Frage, wie diese zur Pflege von sozialen Beziehungen genutzt werden. Besonders interessant im Hinblick auf die Autobiographie: Schmidts Drei Thesen zum Tagebuchblogging.
Weitere Orientierung bietet die kommentierte und z.T. verlinkte Liste 50 Bücher über Weblogs. Die meisten der genannten sowie weitere Bücher zum Thema finden sich übrigens in der Bibliothek für Publizistik der FU.

25.04.07

Autobiographische Formen im Internet. Ein Beispiel: eternity4all.com

Wer auf der Suche nach Formen autobiographischen Erzählens und Darstellens das Internet durchforstet, wird auf der Internetpräsenz von eternity4all möglicherweise gefunden haben, wonach er sucht. Verblüffenderweise ist hier der Name keineswegs in einem irgendwie übertragenen Sinne zu verstehen: wer immer sich bereitfindet 300 US $/250 Euro zu überweisen, erhält einen begrenzten Raum für Text, Photos, Videos auf unbegrenzte Zeit, um sich zu Lebzeiten ein mediales Denk- bzw. Grabmal zu setzen. Juristisch ist die "Ewigkeit" freilich nicht nach Jahren zu definieren, stattdessen in Form einer Unternehmensverfassung, die ausgeklügelte Vorkehrung trifft, um unabhängig von finanziellen, technischen und persönlichen Wechselfällen eine tatsächlich ins Unendliche gedachte Kontinuität zu stiften. Zu einem bestimmten Zeitpunkt 'friert' der User seine Site ein, von nun an sind keine Änderungen mehr vornehmbar. Er muss sich damit sehr genau überlegen, was er als 'gültige Summe' seines Lebens festhalten will, eine Anforderung freilich, die neueren Schlagworten vom 'verunsicherten Ich' und von 'fließenden Identitäten' gründlich zuwiderläuft....

Unsere vorläufige These geht aus von der Beobachtung, dass es durchaus Angebote im Internet gibt, die in einem sehr engen Sinne als 'autobiographisch' bezeichnet werden können (vgl. dazu den Post Linklise). Diese 'Szene' scheint jedoch ein verhältnismäßig wenig dynamischer Bereich zu sein. Dem steht die geradezu explodierende 'Blogosphäre' gegenüber, das Blogging, das in einem moderneren Sinne, so unser Eindruck, durchaus einige Merkmale des Autobiographischen aufweist (Einheit von Autorname und dem "Ich-Erzähler", Betonung des subjektiven Erlebens, das Öffentlichmachen von Privatem; Dr. Jan Schmidt (Autor von Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz 2006) ermutigt uns, diese Fragestellung weiterzuverfolgen. (Dazu: Antwort zu meinem Kommentar auf Jan Schmidts Blog).

Kurze Zusammenfassung - Webblogging:
Bei einem ersten, unbedarften Blick auf das Phänomen gewannen wir folgenden Eindruck: Weblogs sind
  • akkumulierend (Ansammlung von Posts); damit im Grunde häufig unübersichtlich.
  • ausgesprochen einfach - im Grunde von jedermann - zu erstellen
  • momentbezogen, (teilweise narrativ; retrospektives Erzählen als Abschweifen nur sporadisch)
  • oft themenzentriert: politisch, technisch, kulturell usw.
  • manchmal ein Psychogramm (wie geht es dem Blogger gerade?)
  • in der Regel ineinander verflochten (durch thematische oder personelle Bezüge; Links); die 'Blogosphäre' ist organisiert in Communities
  • sehen Leser-Kommentare vor
  • mehr und mehr ausdrücklich gebunden an eine tatsächliche Person, die ihren wirklichen Namen nennt (diese Tendenz, seine Daten/Identität öffentlich zu machen und sich mit dem eigenen (anstelle einer Reihe kontextbezogen erfundener) Namen online zu bewegen betont der Kommunikationssoziologe Dr. Jan Schmidt (Forschungsstelle "Neue Kommunikationsmedien" Bamberg) im Interview in der 3Sat-Sendung “Kulturzeit” (am 16.1.2007).